Gewürzgarten

Bärlauch

Bärlauch Istock.com

Nun duftet es in den Mischwäldern und an feuchten Bachrändern wieder nach dem «wilden Knoblauch», der sich in der Küche äusserster Beliebtheit erfreut.

Wer sich im Frühling auf die Suche nach Bärlauch macht, sucht am besten an feuchten und schattigen Stellen in Gärten, Abhängen und Laubwäldern und schnuppert dort so lange herum, bis die Nase einen intensiven knoblauchartigen Geruch einfängt. Natürlich kann das Knoblauchgewächs auch angebaut werden, doch erreichen solche Exemplare niemals das gleich starke Aroma ihres wildwachsenden Pendants. Bärlauchblätter eignen sich als Zutat in Suppen und Fleischgerichten, für einen Risotto oder gehackt anstelle von Basilikum in einem Pesto. Die Blätter müssen unbedingt vor dem ersten Blühen gepflückt und sollten nie mitgekocht werden, weil dadurch ihr typisches Aroma zerstört wird. Roh hingegen ist Bärlauch ein ausgezeichnetes Gewürz, zum Beispiel als Zutat zu den meisten Frühlingssalaten oder am Schluss untergehoben in Suppen und Saucen sowie zu Pasta. Zum Trocknen oder Tiefkühlen ist Bärlauch nicht geeignet. Achtung! Das Selbersammeln ist mit gewissen Risiken verbunden, denn die Bärlauchblätter ähneln im Aussehen den giftigen Blättern des Maiglöckchens. An ihrem intensiven Knoblauchgeruch sind sie jedoch ohne weiteres von diesem zu unterscheiden.

Der Verzehr kann zwar zu Herzrhythmus-Störungen führen, tödlich ist das «Maieriesli» aber nicht. Noch mehr Vorsicht ist allerdings bei einem anderen Doppelgänger angebracht: In der Bärlauchsaison wachsen nämlich auch die Herbstzeitlosen, deren Blätter auf den ersten Blick kaum vom Bärlauch zu unterscheiden sind. Erst bei genauerem Hinschauen erkennt man den Unterschied: Das Bärlauchblatt hat einen langen, dünnen Stiel, das Blatt der Herbstzeitlosen hingegen keinen. Wer nun die falschen Blätter verspeist hat, muss nach zwei bis sechs Stunden mit Vergiftungserscheinungen rechnen, nämlich mit Symptomen wie Brennen im Mund, Schluckbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen mit oft blutigen Durchfällen.

Bei Kindern kann es je nach Dosis im schlimmsten Fall sogar bis zum Tod durch Atemlähmung oder Kreislaufversagen kommen. Doch zurück zum Bärlauch: Dieser ist wegen seiner knoblauchähnlichen Substanzen sogar ziemlich gesund. Er reinigt die Blutgefäße und wirkt dadurch gegen Arteriosklerose. Somit kann der Bärlauch gegen Schlaganfall und Herz- infarkt vorbeugen. Ausserdem wirkt der Bärlauch positiv auf den Stoffwechsel und die Verdauung. Man kann ihn auch gegen Frühjahrsmüdigkeit anwenden.

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