Rosé - La vie en rose Redaktion KOCHEN

Eingeschenkt

Rosé - La vie en rose

Rosé wird von vielen «ernsthaften» Weinkennern etwas belächelt. Wir nehmen es locker, denn wir lieben ihn, und begeben uns auf die Suche …

... nach den Tropfen die den Traum einer lauen Sommernacht so schön aufnehmen und weiterklingen lassen können.

Rosé keltert man aus roten Trauben, deren Beerenhäute der Kellermeister nur ganz kurz zusammen mit dem Saft gären lässt. So kommen nur wenig Farbe und Tannin in den Wein. Es entsteht ein «Rotwein», der noch nicht ganz erwachsen ist und daher die Verspieltheit und den ganzen Charme seiner Jugend mit sich bringt.

Alles steht und fällt natürlich auch hier mit der Qualität der Trauben.

Im warmen Süden Frankreichs hat man diese Weine schon immer geliebt. Berühmt sind die Rosés aus der Provence, aber aufgepasst, viel dünne und leicht liebliche Weine können Ihnen den schönen Abend verderben. In Bandol aber sind Sie auf der sicheren Seite, auch wenn die Weine dort schon etwas körperreicher ausfallen können. Sie sind trotzdem frisch, elegant und duften so fein, dass einem das Wasser im Munde zusammenläuft. An der südlichen Rhone wächst in der Region Tavel ein kräftiger, oft relativ dunkler Rosé, der hervorragend zu den würzigen Werken Ihres Grillmeisters oder der Grillmeisterin passt. Von der Loire, besonders aus der Region Anjou, kommen Rosés von unterschiedlicher Qualität. Die guten sind aber wirklich gut. Achten Sie unbedingt darauf, dass der Wein trocken und nicht lieblich ist.

Im Gegensatz zu den Franzosen sind die Italiener keine wirklichen Rosé-Liebhaber, auch wenn es da und dort Weine gibt, welche die Bezeichnung Rosato oder Chiaretto tragen. Wenn Sie jedoch auf einen solchen Wein stossen, so sind das oft echte Spezialitäten und enttäuschen nur selten.

Und wir in der Schweiz? Unser Aushängeschild ist natürlich der OEil de Perdrix. Seinen seltsamen Namen verdankt er der Augenfarbe des Rebhuhns.

Dieser hellrote, lachsfarbene Rosé wird vor allem im Kanton Neuenburg aus der Pinot-Noir-Traube gekeltert.

Die Neuenburger meinen: Selbst wenn ihr Wein auch in anderen Kantonen der Westschweiz nachgeahmt wird, erreicht wurde seine Güte nie. Wir mögen ihnen nicht widersprechen.

Und jetzt? Jetzt fehlt nur noch der laue Sommerabend ...