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Gelberbsen

Gelberbsen Redaktion KOCHEN

Sie sind wesentlich älter als die bei uns bekannten grünen Zuckererbsen – dennoch sind Gelberbsen ziemlich in Vergessenheit geraten.

Vom Grundnahrungsmittel zum Nischenprodukt

Gelberbsen sind auch als Eiweisserbsen oder Körnererbsen bekannt; die moderneren süssen Zuchtformen, die noch grün als Zuckererbse oder Kefen verwendet werden, stammen alle von ihr ab. Als eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit wurden Erbsen bereits im Jahr 7000 v.Chr. im Vorderen Orient angebaut und verbreiteten sich in der Jungsteinzeit nach Mitteleuropa. In getrockneter Form waren sie ein wichtiger Eiweissspender und Grundnahrungsmittel, besonders bei den ärmeren Bauernfamilien. Süsse Erbsensorten, wie wir sie heute kennen, sind eine Züchtung für die höfische Elite im 17. Jahrhundert; die Gelberbse lösten diese allerdings erst ab, als man sie im 20. Jahrhundert dank Konserven- und Tiefkühltechnologie haltbar machen konnte.

Gelberbsen – Schälerbsen

Der Begriff «Schälerbsen» bzw. «gelbe Schälerbsen» sorgt auf Verpackungen manchmal für Verwirrung: Gemeint ist damit nämlich nicht direkt eine eigene Erbsenart, sondern vielmehr die Verarbeitung der Erbse. Schälerbsen wurden bereits von der harten, ballaststoffreichen und schwer verdaulichen Samenschale befreit und danach mit Wasser poliert. Das vereinfacht die Weiterverarbeitung und reduziert die Kochzeit. Manchmal werden Schälerbsen auch als gelbe Linsen verkauft; das sind dann einfach geschälte und halbierte gelbe Erbsen.

Wahre Proteinbomben

Gelbe Erbsen enthalten ca. 53% Stärke, 24% Eiweiss, 18% Ballaststoffe, 3% Mineralien und 2% Fett. Aufgrund dieser Eigenschaften, besonders wegen der Proteine, werden daraus sehr gerne vegane Fleischersatzprodukte hergestellt. Zudem sind in Gelberbsen viele Vitamine vorhanden (Vitamin A, Vitamin C und verschiedene andere Vitamine der B-Gruppe), ausserdem reichlich Folsäure, Eisen, Kalzium, Kalium, Magnesium und Zink.