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Kartoffel

Kartoffel Redaktion KOCHEN

Ohne diese Knolle wären ganze Länderküchen schlicht nicht denkbar – die Kartoffel ist zweifellos eines der wichtigsten Lebensmittel der Welt.

Passt fast immer

Kartoffeln haben süsse, etwas bittere, buttrige, sahnige, nussige und erdige Geschmacksnuancen, was sie sagenhaft vielseitig macht. Es scheint fast egal, womit man sie kombiniert, nicht selten resultiert daraus eine wahre Traumpaarung: mit Eiern (spanische Tortilla), Erbsen (das indische Aloo Matar), Fisch (Fish and Chips), Hartkäse (Gschwelti, Raclette), Weichkäse (zu geschmolzenem Vacherin Mont d`Or oder in einer Tartiflette), zu jeglicher Art von Lammgerichten, Meeresfrüchten (der Chowder Neuenglands oder das belgische Nationalgericht Moules-Frites), mit Minze, Knoblauch, Rosmarin, Muskat, Pilzen, Speck oder ganz simpel als Pommes mit Ketchup. Sogar in luxuriöse Kombinationen mit Kaviar oder Trüffeln macht sich die Kartoffel einfach perfekt!

Seit Jahrtausenden unentbehrlich

In grossen Teilen der Welt ist die Kartoffel ein Grundnahrungsmittel, in Mitteleuropa sogar das wichtigste überhaupt. Ihre Heimat liegt im Hochland der Anden bzw. in den Küstenregionen von Bolivien, Peru und Chile. Man vermutet, dass der Anbau durch den Menschen bereits seit 4000 bis 7000 Jahren, betrieben wird. In der zweiten Hälfte des 16. Jh. gelangte die Kartoffel durch die Seefahrer nach Europa und hatte zuerst einen schweren Stand: Ihr wurde nämlich nachgesagt, Überträger von Lepra zu sein. Und dass in London Hofköche aus Unkenntnis die giftigen oberirdischen Pflanzenteile zubereiteten und deswegen eine ganze Gesellschaft an Vergiftungserscheinungen zu leiden hatte, war da auch nicht gerade hilfreich. Erst ein Dekret Friedrichs des Grossen zwang die Bauern im 18. Jh. dazu, mehr Kartoffeln anzubauen, was der Knolle schliesslich zum Durchbruch verhalf.

Erstaunlich gesund

Die anfänglichen Vorbehalte sind nicht ganz unberechtigt: Kartoffeln enthalten Solanin, ein natürliches Nervengift, das sich in den Keimen und den grünen Stellen befindet. Die Knollen selbst weisen nur unschädliche Mengen auf, was sich bei zu heller Lagerung jedoch schnell ändern kann. Das Licht färbt die Kartoffeln grün und in den grünen Stellen verhundertfacht sich der Anteil des Gifts, was Übelkeit, Brechdurchfall und Kopfschmerzen verursacht. Richtig gelagert sind Kartoffeln allerdings gesünder als gedacht. Ihr Ruf als Dickmacher ist unbegründet, enthalten 100 Gramm gekochte Kartoffeln doch gerade einmal 69 Kalorien. Kartoffeln bestehen zu 77 Prozent aus Wasser und haben einen sehr geringen Fettanteil. Es sei denn, man frittiert sie. In 100 Gramm Kartoffeln stecken ausserdem 12 Milligramm Vitamin C – das ist die gleiche Menge wie bei Äpfeln.