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Miesmuscheln

Miesmuscheln iStock.com

Die «Auster des kleinen Mannes» ist eine der beliebtesten Muscheln überhaupt – und schmeckt sogar Menschen, die normalerweise nichts mit Meeresfrüchten anfangen können.

Eine Frage der Frische

Frische Muscheln müssen immer lebend sein. Sie sollten dabei weder fischig oder irgendwie stechend riechen – das wäre ein Indiz für verdorbene Ware. Ein dezenter Meeresduft ist hingegen normal. Bei intakten Exemplaren ist die Schale stets geschlossen, weit aufgerissene oder abgebrochene Schalen sollten umgehend aussortiert werden. Wer bei nur leicht geöffneten Schalen ins Zweifeln gerät, sollte einfach leicht auf den Rand der Schale klopfen, denn nur lebendige Muscheln reagieren darauf mit einem Zucken und schliessen sich. Exemplare, die sich auch nach dem Kochen nicht geöffnet haben, sollte man nicht verzehren.

Vielseitig kombinierbar

Der Geschmack von Miesmuscheln lässt sich als cremig, salzig, leicht mineralisch und «meerig» beschreiben. Ihren vielleicht bekanntesten Auftritt haben sie als Bestandteil des belgischen Nationalgerichts «Moules-frites» - und da gibt schier unendlich viele Varianten: mit Weisswein und Kräutern, mit Champagner, Bier, Pastis, mit Curry, mit Roquefort, mit Safran, mit Rahmsauce und Pilzen, mit Hummerbisque und Armagnac… Eine gute Adresse ist das Restaurant «Le Zinneke» in Brüssel, wo es Moules-frites in 69 verschiedenen Variationen gibt.

Veraltete R-Regel

Als Muschelsaison gilt in der Regel die Zeit zwischen September und April. Eine mittlerweile veraltete Regel, die R-Regel, hält sich allerdings hartnäckig: Dass man Muscheln nur in Monaten essen sollte, in denen ein «r» vorkommt, stammt aus einer Zeit ohne funktionierende Kühlketten, als Meeresfrüchte im Sommer mangels ausreichender Kühlung tatsächlich schlecht wurden. Es kann jedoch vorkommen, dass die Muscheln im Sommer durch Algengifte belastet sind. Bei Zuchtmuscheln ist diese Gefahr allerdings kaum existent, da diese regelmässig auf Belastungen kontrolliert werden.

Von wegen mies

Keine Angst, an diesen Muscheln ist rein gar nichts mies: Der Name bezieht sich nämlich auf das mittelhochdeutsche Wort «Mies», was so viel bedeutet wie Moos. Das rührt daher, dass diese Muschelart sich wie eine Art Moosteppich über den Meeresgrund erstreckt. Solche Miesmuschelbänke können sich über mehrere Kilometer ausdehnen und aus zig Millionen Tieren bestehen. Ihre bevorzugte Nahrung sind Algen und Mineralstoffe, welche sie ununterbrochen aus dem Meerwasser herausfiltern.