Tasmanischer Pfeffer

Die Insel Tasmanien liegt südlich von Australien und wurde nach dem holländischen Entdecker Abel Tasman benannt. Doch die Insel wiederum gab dem Gewürz seinen Namen. Der Tasmanische Pfeffer ist ein Exote unter den Pfeffersorten und wie der Szechuanpfeffer oder der rosa Pfeffer kein echter Pfeffer.

Viel weiss man über die Geschichte des Tasmanischen Pfeffers nicht, da die Ureinwohner Tasmaniens den Pfeffer offenbar weder medizinisch noch kulinarisch nutzten. Es waren britische Siedler im 17. Jahrhundert, die den Pfeffer für die Behandlung von Skorbut (Vitamin-CMangel) einsetzten. Im 19. Jahrhundert hielt er dann Einzug in die Küchen Australiens. Kulinarisch in Mode kam er aber erst im letzten Jahrzehnt, als Gewürze und im Speziellen auch die verschiedenen echten und unechten Pfeffersorten von der Gourmetküche entdeckt wurden.

Beeren und Blätter als Gewürz
Der immergrüne, etwa drei Meter hohe Strauch des Tasmanischen Pfeffers gedieh bis vor einigen Jahren ausschliesslich an den kühlen Hängen der Regenwälder im Westen von Tasmanien. Doch die grosse Nachfrage brachte auch andere Gewürzländer wie zum Beispiel Nepal, wo ähnliche klimatische Bedingungen herrschen, auf die Idee, diese Pfeffersorte anzubauen. So kann man heute auch Tasmanischen Pfeffer mit dem Zusatz «Nepal» kaufen.

Die frischen Pfefferbeeren haben ungefähr die Grösse von Schwarzen Johannisbeeren und schrumpfen beim Trocknen an der Sonne etwa um die Hälfte. Doch nicht nur die Beeren finden Verwendung als Gewürz, auch die lanzenförmigen Blätter des Strauches sind getrocknet eine Spezialität, die man allerdings bei uns nur in ausgesuchten Gewürzläden findet. In Australien sind die Beeren und die Blätter auch frisch erhältlich, getrocknet schmecken sie jedoch wesentlich intensiver. Im Gaumen präsentiert sich der Tasmanische Pfeffer zuerst mit einem warmen, leicht süsslichen Aroma, das später einer intensiven Schärfe weicht und ein leicht taubes Gefühl auf der Zunge hinterlässt. Mit der Dosierung sollte man daher sparsam sein. Bei längerem Kochen verliert der Tasmanische Pfeffer allerdings wieder etwas an Schärfe.

Die Australier bezeichnen den Tasmanischen Pfeffer auch als Bergpfeffer. Er wird sowohl als Einzelgewürz wie auch zum Beispiel mit Thymian, Zitronenmyrte, Lorbeer usw. für Gewürzmischungen verwendet. Er passt zu Hülsenfrüchten, Wurzelgemüse und Kürbis genauso wie zu Rindund Lammfleisch oder Wild. Die Beeren zerstösst man am besten im Mörser, da sie beim Zerkleinern leicht schmierig werden, sind sie für Gewürzmühlen nicht geeignet.