Eingeschenkt

DAS JANUARLOCH UND DER WEIN

DAS JANUARLOCH UND DER WEIN Fotolia

Die Zeit der festlichen Gelage ist voruber, nun ist Mässigung angesagt. Den Weingenuss soll das aber nicht schmälern.

Rückblickend auf die vergangenen Feiertage dürfen wir ruhigen Gewissens feststellen: Wir haben es uns gut gehen lassen, sicher zu viel gegessen und wahrscheinlich auch beim Wein nicht gespart. Und das ist auch gut so. Kein Grund jedenfalls für ein schlechtes Gewissen.

Aber jetzt soll das Pendel auch wieder einmal zurückschwingen und dafür hat der liebe Gott den Januar erfunden. Wir wollen den Gürtel in diesen Tagen zwar etwas enger schnallen, die Freude am Leben sollten wir uns deshalb aber nicht verderben lassen. Ein paar Tipps können da vielleicht ganz hilfreich sein:

Man muss die Flaschen ja nicht immer austrinken. Diesen Vorsatz fassen fast alle meine Freunde ab und zu, und ich mit ihnen. Die Frage ist nur: Was mache ich mit den angebrochenen Flaschen? Keine Sorge! Wein überlebt durchaus ein bis zwei Tage in der geöffneten Flasche, manche Rotweine gewinnen in dieser Zeit sogar. Wichtig ist nur, sie wieder dicht zu verschliessen. Und sie müssen in den Kühlschrank, denn alle biologischen Prozesse verlangsamen sich in der Kälte.

Man kann die Weinreste auch in kleinere Flaschen (am besten mit Drehverschluss) umfüllen. So verringert sich der Kontakt mit dem Sauerstoff. Sogar Pet-Flaschen eignen sich bestens dafür. Im Handel gibt es ferner verschiedene Modelle von Vakuumpumpen. Mit ihnen kann man Luft aus der angebrochenen Flasche absaugen und so den Sauerstoff in der Flasche reduzieren. So hält sich ein Wein durchaus bis zu einer Woche. Aber Achtung: Die Flaschen dürfen nicht liegend gelagert werden, denn so dicht ist der Kunststoffstöpsel auch wieder nicht. Und gänzlich ungeeignet ist das System für Schaumweine und spritzige Weissweine. Durch den Unterdruck in der Flasche verlieren sie die schöne Kohlensäure.

Weniger, aber besser: So oder so, halb ausgetrunkene Flaschen sind immer irgendwie ärgerlich. Kaufen wir doch für einmal nicht 0,75 l-Flaschen, sondern halbe mit 0,375 Litern Inhalt. Wenn wir dafür etwa gleich viel bezahlen wollen wie für die «Normalflasche», können wir im Weingeschäft gleich zum Regal mit den teureren Weinen wechseln. Und auch das ist gut so, denn wir dürfen unsere neu gewonnene Vernunft ja schon ein wenig belohnen.