Süssholz

Schwarz und gerollt kennt sie fast jedes Kind, die Lakritze. Ein wesentlicher Bestandteil der klebrigen Süssigkeit ist ein Extrakt aus getrocknetem Süssholz. Aber nicht nur süss kann die Wurzel kulinarisch punkten.

Die mehrjährige, bis 1,5 Meter hohe, ausdauernde Süssholz-Staude hat ein ausgedehntes Wurzelwerk, das zwar unscheinbar aussieht, es aber in sich hat. Rund 400 verschiedene Inhaltsstoffe wurden bis heute in Süssholz entdeckt. Dabei spielen Glycyrrhizin und Glycyrrhizinsäure die wichtigste Rolle. Ersteres hat etwa 50-mal so viel Süsskraft wie Zucker, und das fast kalorienfrei und ganz ohne Fett. Kein Wunder also, dass der eingedickte schwarze Saft der Süssholzwurzel seit Generationen als Lakritze in aller Munde ist. Wer auf kalorienreiche Süssigkeiten verzichten will, kaut Süssholz einfach so lange, bis es weich wird und seinen Geschmack verliert – ähnlich einem Kaugummi.

Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker Da der Inhaltsstoff Glycyrrhizin den Abbau von körpereigenem Cortison hemmt, wirkt Süssholz gegen Entzündungen. Dies kann jedoch auch unliebsame Folgen wie zu hohen Blutdruck oder das Entstehen von Ödemen haben, weshalb der Verzehr grösserer Mengen Süssholz und damit auch Lakritze gesundheitlich bedenklich ist. Vor allem Schwangere, Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes oder eingeschränkter Nierenfunktion sollten auf den Verzehr verzichten. Auch wer Digitalis-Präparate, Cortison oder entwässernde Mittel nimmt, sollte die Süssholzwurzel nur in Rücksprache mit dem Arzt geniessen. Bei allen anderen gilt: Süssholz ist ein gutes Mittel gegen zu viel Magensäure und Bauchkrämpfe, hilft bei Husten und Schnupfen und hemmt nachweislich das Wachstum von Bakterien, Viren und Pilzen.

Süssholz raspeln für viel Genuss Auch in Sterne-Restaurants hat Süssholz den Weg ins Gewürzregal gefunden, denn man kann mit der Wurzel wunderbar kochen. Als Pulver genügen ein bis zwei Teelöffel, um Saucen, Risotto, Salatdressings, Schmorgerichten, herzhaften Füllungen oder Desserts eine feine Lakritznote zu geben. Das Aroma wird besonders intensiv, wenn man das Süssholz an einer feinen Reibe raspelt. Die ganzen Wurzeln kann man zum Beispiel hervorragend in einer Suppe mitkochen – einfach vor dem Servieren wieder entfernen. Und auch zum Braten oder Grillieren ist das süsse Holz bestens geeignet: Die Wurzeln der Länge nach halbieren, die Enden mit einem scharfen Messer etwas «anspitzen» und Fleisch, Geflügel, Fisch oder Gemüse daraufstecken.