Knoblauch

Nie schmeckt die würzige Knolle so mild und ausgewogen aromatisch wie dann, wenn sie frisch geerntet auf den Markt kommt. Die Schale von jungem Knoblauch ist noch weich, sodass man die ganzen Zehen ungeschält in einem Gericht mitschmoren kann; ein feines, zartes Knoblaucharoma ist das Resultat. Zum Essen drückt man das weich geschmorte Fleisch mit der Gabel aus den Zehen. In Frankreich wird aus jungem Knoblauch auch eine köstliche Suppe zubereitet, zudem kocht man ihn im Ratatouille als ganze, jedoch geschälte Zehen mit.

Knoblauch bewahrt man am besten dunkel, kühl und gut belüftet auf. Gut dafür eignen sich gelochte Tontöpfe, da bei diesen die Luft gut zirkulieren kann. Werden die Knollen im Kühlschrank aufbewahrt, sollten sie ebenfalls genügend Luft bekommen; also auf keinen Fall in einem Plasitkbeutel aufbewahren, sonst beginnen sie zu schimmeln.

Getrockneter Knoblauch ist das ganze Jahr über mit weisser bis rosa-violetter Schale erhältlich.

Frischer Knoblauch hat vom späten Frühjahr bis in den Sommer hinein Saison und ist als weisse oder rosa Variante erhältlich. Frischer Knoblauch ist wesentlich milder als getrockneter, gelagerter Knoblauch.

Geräucherter Knoblauch ist eine Spezialität aus Frankreich. Durch das Räuchern wird den Zehen die Keimfähigkeit genommen, dadurch sind sie lange haltbar. Der leichte Rauchton passt zu eher rustikalen Gerichten.

Schnittknoblauch hat in Asien denselben Stellenwert wie Schnittlauch bei uns. Er ist sehr mild und vom Aroma her am ehesten mit Bärlauch vergleichbar. Man verwendet sowohl die feinen grünen Halme wie auch den weissen Ansatz. Er ist das ganze Jahr über in asiatischen Lebensmittelläden erhältlich.

Chinesischer Zwiebelknoblauch ist ein Exot unter den Knoblauchgewächsen. Er bildet keine Zehen, sondern besteht aus einer einzigen Zwiebel. Vom Geschmack her ist er sehr würzig und einfach zu schälen. Leider ist er nur sehr selten erhältlich.

Elefantenknoblauch, auch Gemüseknoblauch genannt, ist eigentlich kein Knoblauch, sondern ein naher Verwandter des Lauchs. Er schmeckt besonders mild und ist hauptsächlich von Herbst bis Februar erhältlich. Eine Zehe entspricht von der Grösse her etwa 3–5 normalen Knoblauchzehen.

Knoblauch wird nicht nur in der Küche, sondern – insbesondere seiner Schwefelverbindungen wegen – auch in der Medizin geschätzt. Knoblauch wirkt antiseptisch, beugt Blutgerinnseln vor, verbessert die Fliesseigenschaften des Blutes, senkt die Blutfettwerte und wirkt somit vorbeugend gegen Gefässkrankheiten. Möglicherweise unterstützt Knoblauch auch die Behandlung leichten Bluthochdrucks. Kiloweise Knoblauch essen bringt aber nichts, denn ab einer gewissen Menge ruft Knoblauch auch bei robusten Personen Verdauungsstörungen hervor.

Gut, gibts auch äusserliche Anwendungen: fein gehackten Knoblauch, mit etwas Watte vermischt, zu einem Pfropfen geformt und ins Ohr gesteckt, lindert Ohrenschmerzen!