Kresse

Kresse kann leicht selber angesät werden und ist schon nach wenigen Tagen erntereif. Die krautige Pflanze überzeugt nicht nur durch ihren intensiven Geschmack, ihr werden auch diverse Heilkräfte nachgesagt. Seis Bronchitis, Haarausfall, Sommersprossen oder Wassersucht – kaum ein Übel ist angeblich zu arg, als dass es nicht mit Kresse geheilt werden könnte. Grund dafür sind nicht nur ihr hoher Vitamin- und Mineralstoffgehalt. Die Pflanze enthält auch Stoffe, welche eine leichte antibiotische Wirkung haben. Will man davon profitieren, muss Kresse unbedingt frisch und roh genossen werden.

Gartenkresse wird in grossem Stil in Gewächshäusern angebaut und ist deshalb ganzjährig in gleichbleibender Qualität erhältlich.

Kresse ist nicht gleich Kresse: Mit dem Namen werden verschiedene Pflanzen bezeichnet. Die meisten davon gehören botanisch zur Kohlfamilie und haben alle mehr oder weniger den scharfen, pfeffrigen Geschmack der Brunnenkresse. Diese wohl bekannteste Kresse-Art ist in Europa und Asien heimisch und in weiten Teilen Nordamerikas kommt sie verwildert vor. Diese ausdauernde, krautige Pflanze mag es gerne ausgesprochen feucht und nass, denn sie wächst bevorzugt am Grund von Quellbächen, nur die Triebspitzen steigen auf. Im kommerziellen Anbau werden diese Bedingungen mittels Hydrokulturen imitiert. Tatsächlich lässt sich Brunnenkresse relativ einfach aus Samen in einer Wanne ziehen, wo ihre leuchtend grünen Blätter bald die gesamte Oberfläche bedecken.

Grossartig zu Fisch

Bei uns geniesst man Brunnenkresse meist roh, als Garnierung, auf oder in belegten Brötchen oder als Salat, alleine oder zum Beispiel mit Gurke, Fenchel oder roten Zwiebeln. Ihre Verwendung als Salat lässt sich sogar bis zu den Persern, Griechen und Römern zurückverfolgen. Es gibt darüber hinaus eine köstliche Vielfalt an Suppen, die man mit Brunnenkresse zubereiten kann – mit Brühe, Rahm oder Joghurt. Bekanntestes Beispiel ist dabei wohl die französische Potage au cresson, eine Kartoffelsuppe mit Brunnenkresse, die man sowohl heiss als auch kalt gniessen kann. In Italien verfeinert man mit Brunnenkresse gerne auch einmal die Minestrone oder andere Gemüsesuppen. Auch in Asien erfreut sich das würzige Kraut grosser Beliebtheit. In der chinesischen Küche etwa würzt sie Eierstich-, Wan-Tan- oder kantonesische Suppen. Zusammen mit Ingwer wird Brunnenkresse sehr gerne zu Fisch gereicht. Ähnlich wie Sauerampfer passt sie als Sauce zubereitet hervorragend zu Lachs. In China wird Brunnenkresse blanchiert, gehackt und in hellem Sesamöl geschwenkt oder mit Salz, Zucker und etwas Reiswein im Wok gebraten.

Vielzahl an Arten

Mit Kresse sind herrliche Geschmackskombinationen möglich. Sie ist eine ideale Ergänzung zu Fisch, Gurken, Poulet, Kartoffeln, Orangen und Zwiebeln. Der pfeffrige, leicht bittere Geschmack harmoniert zudem wunderbar mit Fenchel, Ingwer, Petersilie und anderen Salatkräutern. Weitere bekannte Kresse-Arten sind die Gartenkresse, die Kapuzinerkresse und das sogenannte Barbarakraut. Die Gartenkresse ist mit ihren dunkelgrünen, manchmal gekräuselten Blättern eine sehr beliebte Pflanze für das hauseigene Fensterbrett; ihre Keimlinge sind dafür bekannt, sehr schnell zu wachsen. Im Gegensatz zur Gartenkresse besitzt die Kapuzinerkresse nicht wirklich viel Aroma, doch schmeckt sie angenehm pfeffrig. Die leicht süsslichen und zarten Blätter kann man gut in Salaten verwenden. Das gilt auch für die Blättchen des Barbarakrauts, besser bekannt als Winterkresse: Die äusserst würzig schmeckende Pflanze ist – wie der Name schon sagt – sehr resistent gegen winterlichen Frost.