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Wärmende Suppen für kalte Tage

Suppe 18 iStock.com

Eine Suppe wärmt nicht nur Leib und Seele, sie tut auch der Gesundheit gut. Und lässt Kinder sogar ungeliebtes Gemüse essen.

Meine kleinen Kinder mögen Zucchetti nicht besonders gerne. Eigentlich. Zucchettisuppe aber schon. Voraussetzung ist, dass sie fein püriert und cremig ist. Schwimmen ganze Gemüsestücke darin, heisst es: «Was ist denn das? Das esse ich nicht.» So wie mir geht es vielen Eltern: sogar kleine Gemüsemuffel, die sich erst an den Geschmack neuer Gemüsesorten gewöhnen müssen, mögen Gemüsesuppen. Interessanterweise fragen meine Kinder nicht einmal, welche Gemüsesorte sich in der Suppe versteckt. Schliesslich ist es kein sichtbares Gemüse, sondern einfach eine Suppe, die gut geschluckt werden kann, sogar nach Weisheitszahnextraktionen, beim Milchzahnwechsel oder bei Halsschmerzen.

Dass auch Kinder Suppen mögen, ist jedoch nur einer der Gründe, weshalb sie heute voll im Trend sind. Sie lassen sich gut mitnehmen, mit wenig Kochgeschirr auf Vorrat kochen, rasch aufwärmen und ohne grossen Zeitverlust essen. Am besten kocht man eine Suppe aus frischen Zutaten. Ideal ist eine Suppe dann, wenn sie zwischen 100 bis 150 g Gemüse pro Person enthält. Bereiten Sie die Suppe am besten immer wieder mit anderen Gemüsesorten zu, um Ihren Körper optimal mit verschiedenen bioaktiven Pflanzeninhaltsstoffen, Nahrungsfasern, Vitaminen und Mineralstoffen zu versorgen. Ein Teller Suppe deckt dann sogar eine der fünf empfohlenen Portionen Gemüse und Früchte. In der fertigen Suppe sind übrigens sämtliche wasserlöslichen Vitamine des verwendeten Gemüses enthalten, weil das Kochwasser ja nicht weggeschüttet wird. Apropos Wasser: eine Suppe versorgt den Körper auch damit. Dies wiederum unterstützt den Körper bei der Vorbeugung von Grippe und Erkältungen, denn gut befeuchtete Schleimhäute können Krankheitserreger besser abwenden.

Supereinfach ist eine Suppe aus Tiefkühlgemüse. Das ist besser als sein Ruf: Die Gemüsesorten werden bei optimaler Reife geerntet und sofort schonend eingefroren. So bleiben ihre appetitlichen Farben, ihre typischen Aromen und auch ihre wertvollen Vitamine bestmöglich erhalten. Wasser aufkochen, Bouillonwürfel und Gemüse rein, nach Belieben bissfest oder etwas weicher garen. Für Kinder unbedingt lange genug und sehr fein pürieren und mit etwas Butter oder Rahm abschmecken. Schmeckt die Suppe etwas erdig, verhelfen einige Spritzer Zitronensaft zu mehr Frische. Solche Suppen eignen sich optimal als regelmässige Vorspeise. Sie halten, gemäss Studienresultaten, sogar schlank. Forscher der John-Hopkins-Universität in Baltimore (USA) untersuchten, wie gut verschiedene Vorspeisen sättigen. Auf dem Prüfstand: Tomatensuppe, Melonenschnitze und Käse-Cracker. Die Suppe schnitt am besten ab. Die Teilnehmer assen beim anschliessenden Hauptgang deutlich weniger. Eine andere Untersuchung der Pennsylvania-State-Universität berechnete das Weniger-Essen genau: Wer zum Voraus eine Suppe isst, konsumiert beim anschliessenden Hauptgang rund ein Fünftel weniger. Übrigens spielte es keine Rolle, ob die Suppe püriert oder mit Gemüsestückchen serviert wurde, der Sättigungseffekt war derselbe.

Suppen können aber auch ganze Mahlzeiten ersetzen, wenn sie Linsen, Lachs oder andere Proteinquellen enthalten. Dadurch eignen sie sich ganz besonders als selbst gemachtes Take-Away-Food, das am Arbeitsplatz nur noch rasch aufgewärmt werden muss. Auch können die flüssigen Sattmacher hervorragend vorbereitet oder bereits früh am Morgen gekocht werden, wenn es am Mittag schnell gehen soll. Irgendwie scheinen meine Kinder den grossen gesundheitlichen Nutzen der Suppen aber noch nicht ganz begriffen zu haben. Während ich diese Kolumne schreibe und ihnen das Thema erkläre, unterhalten sie sich angeregt darüber, ob auch Chili con Carne zu den Suppen gehöre. Und teilen mir absolut ungefragt mit, dass ihre Lieblingssuppe die Gulaschsuppe sei oder eine Kartoffelsuppe mit Wienerli. Dennoch sind sie sich einig, dass man gewisse Gemüsesorten wie die Zucchetti in Suppenform wenigstens halbwegs essen könne … Aha, so ist das. Das beruhigt mich tatsächlich ungemein.