Wein und die exotische Küche

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Wein und die exotische Küche

Scharfe, intensive Gewürze und Wein – Liebe auf den ersten Blick ist das ja eher selten, aber wie im wirklichen Leben verlieben sich zwei Partner manchmal über alle Grenzen der Kontinente hinweg unsterblich ineinander.

In fast allen Büchern und Ratgebern zur Kombination von Wein und Speisen kann man es lesen – und auch wir betonen das immer wieder:

Was unter demselben Himmel wächst, passt in der Regel am besten zusammen.

Die Wurst vom heimischen Schwein, das Gemüse aus dem eigenen Garten und der Wein vom Rebberg hinter dem Dorf; sie leben seit Jahrhunderten in der gleichen Tradition und genauso lang stehen sie schon zusammen auf dem Tisch. Aber neben dieser fraglosen Harmonie des nahe Verwandten gibt es die Faszination des Fremden. Und so finden manchmal Partner zusammen, denen man das nie zugetraut hätte.

Die hervorstechendsten Eigenschaften der exotischen Küche sind die aromatischen Gewürze (Ingwer, Koriander, Zitronengras, Kokosmilch, Tamarinde, Curry usw.) und die für unseren Gaumen oft recht pikante Schärfe. Hot and spicy eben. Danach muss sich der Wein in erster Linie ausrichten. Ob dann Lamm, Schwein, Huhn oder Fisch die Basis des Gerichtes sind, ist erst in zweiter Linie wichtig. Als Grundregel kann gelten:

Ist das Gericht eher pikant und scharf, so darf der Wein auch eine spürbare Restsüsse mitbringen.

Gute Beispiele sind lieblicher bis süsser Riesling aus Deutschland, Pinot Blanc oder Gewürztraminer aus dem Elsass und, warum nicht, Orvieto abboccato aus Italien? Wichtig: Der Wein sollte schön gekühlt sein. Wer etwas Spezielleres sucht, kann es auch mit einem halbtrockenen Schaumwein probieren, einem Cava aus Spanien beispielsweise.

Sehr kräftige Gewürze, wie etwa Curry, harmonieren wunderbar mit aromatischem Gewürztraminer oder auch mit Weinen aus der Muscat-Traube. Und mit einem fruchtigen Rosé ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

Bei dunklen Gerichten mit Soja- oder Tamarindensauce passt natürlich auch ein Rotwein. Er sollte aber nicht zu tanninhaltig sein, da das Tannin die Schärfe betont. Pinot Noir ist daher immer eine gute Wahl. Aber auch ein fruchtiger und nicht allzu trockener Primitivo oder Dolcetto aus Italien oder ein Malbec aus Argentinien harmonieren gut.

Es gibt allerdings etwas, das zu exotischer Küche fast noch besser passt als Wein: Ein frisches, kühles Bier; das löscht zudem wunderbar den Durst.